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"Wir können alle viel mehr, als wir uns zutrauen ..."

Veröffentlicht am 16.10.2014

Ein Bergsteiger, der über das Scheitern spricht, ein Benediktinermönch mit Wirtschaftsdiplom und ein Finne, der von Lehrern umzingelt ist - sie alle waren auf der Frankfurter Buchmesse 2014 zu erleben. Und viele Bücher gab es natürlich auch zu entdecken!

"Ich bin ein ängstlicher Mensch"

Die Rede von Joanne Rowling für die Absolventen in Harvard hat mehr als eine Million Klicks bei youtube, obwohl (oder weil?) es eine Rede über das Scheitern war. Reinhold Messner hat im Interview auch über das Scheitern gesprochen und über die Vorbereitungen, die er trifft, um seine Angst in den Griff zu bekommen. Er bezeichnet sich dabei als den Abenteurer, der öfter als andere gescheitert ist und aktiv gegen die Heldenverehrung der Bergsteiger angekämpft hat.

Reinhold Messner bei der ARDReinhold Messner bei der ARDEr spricht über das enge Tal, in dem er aufgewachsen ist, und bezeichnet das Bergsteigen im Angesicht einer Natur, die keine Fehler macht, als Kunst: "wir gehen dort hin, wo man umkommen könnte, um nicht umzukommen." Gelingendes Leben ist für ihn, Ideen in die Tat umzusetzen: "Wer es nicht wagt, kann nicht einmal scheitern." Auch das Zitat über diesem Bericht stammt aus diesem Zusammenhang. Alltagsängste kennt der Bergsteiger übrigens nicht. Als der Moderator wissen will, ob Messner Angst vor dem Zahnarzt hat, verneint er das. Angesichts der Naturgewalten, denen er sich immer wieder stellt, erscheinen sie winzig ...

 

"Wer nur nimmt, verschluckt sich und wer nur gibt, verausgabt sich."

Anselm Grün sitzt in seinem Habit (oder in der "Kutte" wie wir als Theologie-studentinnen die Amtstracht immer liebevoll genannt haben) auf der Bühne und plaudert kein bisschen weltfremd mit dem Moderator über den Stau auf dem Hinweg, die Notwendigkeit von Aggression, um zu erkennen, wann andere unsere Grenzen übertreten, und über Fachbegriffe aus seiner Ausbildung in Betriebswirtschaftslehre, die er dann kurzerhand auf eine Situation bei Jesu letztem Abendmahl überträgt, um sie zu veranschaulichen. Nehmen und Geben gehören ins Gleichgewicht. Manchmal müssen auch so grundlegende Wahrheiten mal laut gesagt werden. Um so besser, wenn der Redende dabei einen sympathischen Eindruck macht...

 

Gastland Finnland: Das Volk der Bäume

Im Finnlandpavillon gab es nicht nur Gedichte zeitgenössischer Lyriker und Lyrikerinnen (sie waren in Stein gemeisselt- im wahrsten Sinne des Wortes- und man konnte die finnischen oder englischen Texte mit dem Bleistift auf ein Blatt Papier rubbeln und mitnehmen) sondern auch eine "Einführung" in Geografie und Gesellschaft. Ich habe einiges gelernt: es gibt 11 Wochen Sommerferien, 3700 Bäume pro Einwohner, die Sommerhäuser haben alle noch Plumpsklos und Mücken sind im Sommer unerträglich. Allerdings dauert der Winter sowieso 8 Monate...

 

Das Volk der BäumeDas Volk der Bäume

 

 

 

 

 

 

 

Kinderbücherurgesteine: Sams und Grüffelo und ihre Schöpfer

Paul MaarPaul MaarPaul Maar hat ein neues Buch geschrieben, das aber noch nicht erschienen ist. Ohne viel Federlesens liest er eine halbe Stunde vor und signiert dann die mitgebrachten Sams-Bücher. Andere sind gesprächiger...

Axel Scheffler im GesprächAxel Scheffler im Gespräch

Axel Scheffler verrät im Interview, dass er und die Autorin im englischen Frühstücksfernsehen mit ihrer "Vogelscheuchenhochzeit" eine Diskussion ausgelöst haben: In einer Szene raucht eine Vogelscheuche Zigarre. Wenn man sich klarmacht, was wir unseren Kindern jeden Tag zumuten, erscheint das absurd. Zumal die Vogelscheuche gerügt wird und auch noch einen Brand verursacht. Der Journalist fragt nach Schefflers Arbeitsweise, will wissen, was er sich bei dem Bildaufbau auf dieser und jener Seite gedacht hat. Der Illustrator antwortet trocken: "Ich skizziere intuitiv, ich mach mir nicht besonders viele Gedanken." Irgendwie liebenswert sind außerdem auch seine "Zitate" beim Malen. Seine Kinderbücher sind zugleich ein Ratespiel, denn es gilt in ihnen den berühmten "Grüffelo" zu finden, der darin versteckt ist...

 

"Ein Kackhäufchen", sagte Timo,weil es gar keinen Sinn hatte, es zu leugnen.

Timo ParvelaTimo ParvelaAls er mit dem Schreiben seiner Bücher begonnen hat, gab man ihm den guten Rat, über etwas zu schreiben, mit dem er sich auskennt. Timo Parvella ist Lehrer. Seine Frau auch. Und seine Schwiegereltern und seine Eltern und sein Schwager und seine Schwägerin. Mit viel Humor erzählt Timo von seiner Arbeit und inszeniert seine Geschichten und Anekdoten so gekonnt und mit viel Gestik. dass die Übersetzerin zwischendurch das Übersetzen vergisst. Übrigens handelt es sich bei dem Kackhäufchen um Elefantenkacke, die auf dem Schulhof entdeckt wurde. Aber warum sich in der Turnhalle von Ellas Schule ein ganzer Zirkus versteckt, soll hier nicht verraten werden ...

 

 

"Ein Wagnis für eine kleine Maus - ein großer Schritt für die Fliegerei"

Mein schönstes Messeerlebnis: Torben Kuhlmann liest aus seinem Kinderbuch "Lindbergh" und zeigt Bilder aus dem Entstehungsprozess dieses Bilderbuches. Ich habe schon sehr, sehr lange nicht mehr so etwas Schönes gesehen... Absolut empfehlenswert!

Torben Kuhlmann "Lindbergh"Torben Kuhlmann "Lindbergh"

Noch mehr Bilder von Menschen und Messeständen gibt es in der Rubrik "Bilder"

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